Gut, dass mal etwas schiefgeht!

In jedem Fehler steckt eine Chance. Nutzen Sie diese - mit einer guten Fehlerkultur

Auch aus einem zerbrochenen Ei kann noch etwas Schönes werden ... © fotolia learchitecto

Als der Chemiker Spencer Silver Ende der 60er Jahre an der Herstellung eines neuen starken Klebstoffes arbeitete, war er mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden: Die hergestellte Masse haftet kaum, immer wieder löst sich der Kleber. Offensichtlich keine gute Idee… Ein paar Jahre ärgert sich sein Kollege Arthur Fry darüber, dass ihm immer wieder die eingelegten Lesezeichen aus seinem Gesangbuch fallen – er erinnert sich an den unbrauchbaren Klebstoff und entwickelt damit einen haftenden Notizzettel: Das Post It war geboren!

In jedem Fehler kann Potential für neue Ideen, optimale Arbeitsabläufe oder die Weiterentwicklung begonnener Projekte stecken. Machen Sie sich also auf die Suche!

Wie werden Fehler in Ihrem Unternehmen gesehen? Wie wird mit Fehlern umgegangen? Haben Sie eine gute Fehlerkultur?

Überlegen Sie einmal: Was passiert, wenn bei Ihnen jemand einen Fehler macht?

Zuzugeben, einen Fehler gemacht zu haben, ist nicht leicht. Schnell ist da die Angst vor negativen Folgen oder die, als Schuldiger dazustehen. Deshalb werden Fehler oft unter den Teppich gekehrt oder vertuscht, so gut es eben geht. Meistens ist das genau das Falsche.

Gehen Sie deshalb mit gutem Beispiel voran. Reden Sie darüber, wenn bei Ihnen etwas schiefging und formulieren Sie auch, dass Ihnen klar ist: Niemand ist perfekt, wo gearbeitet wird, da passieren auch Fehler.

Was können Sie für einen konstruktiven Umgang mit Fehlern tun?

Machen Sie transparent, welche Chancen in Fehlern stecken:

Fehler können Hinweise auf alles Mögliche sein: Zum Beispiel darauf, dass strukturelle Veränderungen nötig sind, dass Arbeitsabläufe überdacht werden müssen, dass Verantwortlichkeiten neu verteilt werden sollten oder auch, dass Mitarbeiter überlastet sind.

Es geht darum, in Ruhe zu überlegen, was schiefgegangen ist, wo die Ursachen dafür liegen und dann nach Lösungen zu suchen.

Deshalb ist es wichtig, dass Sie es positiv bewerten, wenn Ihre Mitarbeiter Fehler eingestehen: Nur so können Folgefehler vermieden werden und Veränderungen für die Zukunft sind möglich.

Führen Sie eine gute Fehleranalyse ein

Hier helfen Ihnen zum Beispiel die folgenden Fragen:

  • In welcher Situation passiert dieser Fehler?
  • Kommt dieser Fehler öfter vor?
  • Ist dieser Fehler schon mehreren Mitarbeitern unterlaufen?
  • Welche Schritte sind notwendig, um das in Zukunft zu verhindern?
  • Wie ist es möglich in Zukunft zu überprüfen, ob die ausgearbeitete Lösung funktioniert?

In Teamcoachings sehe ich oft, dass Mitarbeiter sich ohnehin schon viele Gedanken zu diesem Thema machen, sie wünschen sich ja für ihre Arbeit, dass alles gut läuft. Warten Sie also nicht ab, bis es „brennt“: Nutzen Sie die Ideen Ihres Teams und geben Sie dem Thema Fehlerkultur einen festen Raum bei Gesprächen mit Ihren Mitarbeitern oder zum Beispiel in der regelmäßigen Teamsitzung.

Welche Erfahrungen haben Sie im Umgang mit Fehlern schon gemacht? Wenn Sie Ihre Ideen mit mir teilen möchten, freue ich mich über Ihre Nachricht an: beratung@manuela-weinand.de

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