Wie gelingt es Ihnen, in der Presse zu erscheinen?

Sie wünschen sich die Aufmerksamkeit von potentiellen und bestehenden Kunden, Geschäftspartnern – schlicht der Öffentlichkeit? Auch in Zeiten des Umbruchs der Medienlandschaft, unterschiedlicher Auffassungen zur Arbeit der Presse und zahlreicher Social-Media-Kanäle hat eine Veröffentlichung in den klassischen Medien einen besonderen Stellenwert.

Sie möchten womöglich gerne einen eigenen Artikel verfassen und damit bzw. mit Ihrem Unternehmen in den Medien erscheinen. Damit Sie gut und souverän starten können, möchte ich Ihnen zunächst einige wichtige Aspekte der Pressearbeit bzw. Arbeitsweise und Präferenzen von Journalisten nahebringen.

Wie gelingt es Ihnen in der Presse zu erscheinen? ©Fotolia/Marco2811

Was ist eigentlich eine Presse-Information?

Im Allgemeinen kommunizieren Sie Ihre Neuigkeiten via Presse-Information. Eine Presse-Information ist für einen Journalisten in erster Linie das, was das Wort schon aussagt - eine Information. Dies bedeutet: Er kann den Text und Informationen darin in Teilen oder als Ganzes verwenden. Oder er nutzt sie als Ausgangssituation für seine Recherchen und einen eigenen Text. Anders wie etwa bei einem klar vereinbarten Gastbeitrag für einen Blog gibt es bei einer Presse-Information keine Verpflichtung zur Veröffentlichung des Textes und Autoren-Nennung. Daher würde es einen Journalisten höchstwahrscheinlich verstimmen, falls Sie ihm „vorschrieben“, dass er Ihren Artikel so publizieren soll, wie Sie ihn verfasst haben.

Was können Sie also für Ihren Erfolg tun?

Akzeptieren Sie einfach das Berufsverständnis des Journalisten: Er wählt für sein Medium aus, welche Inhalte in der nächsten Ausgabe erscheinen werden – es ist Teil seines Jobs. Ist Ihr Thema und Ihre Informationen in seinen Augen relevant, fundiert und aktuell, wird er sicher gerne auf Sie zukommen. In diesem Zusammenhang direkt noch ein Tipp für eine gute Kontaktpflege: Journalisten sind - wie Sie sicher auch - über jede Minute froh, die sie konzentriert an ihren Aufgaben arbeiten können. Lassen Sie deswegen etwaige Nachfass-Telefonate mit Fragen, ob der Text gut angekommen ist oder veröffentlicht wird, lieber sein. Investieren Sie Ihre wertvolle Zeit besser in das Schreiben eines professionellen, ansprechenden Textes.

Überzeugen Sie durch fundierte Inhalte mit „News-Charakter“

Sie erhöhen Ihre Chancen, dass ein Journalist Ihren Text wirklich liest, wenn Sie solide Fakten kommunizieren, die für ihn und vor allem für seine Leser interessant sein dürften. Besonders wichtig ist, dass sie einen „News-Charakter“ haben – also einen echten Neuigkeitswert. Denn nichts ist bekanntlich so alt, wie die Zeitung von gestern.

Wenn Sie ein Produkt oder eine Dienstleistung entwickeln, überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Zielgruppe ansprechen. Adäquat dazu überlegt der Journalist, wie seine Themen seine Zielgruppe erreicht und diese zum Lesen bewegt. Je besser Sie also sein Medium kennen und wissen, welche Leser gerne diese Lokalzeitung oder dieses Fachblatt lesen, desto passender können Sie Ihre Pressearbeit vorbereiten.

Auf dieser Basis können Sie auch bei jedem neuen Anlass entscheiden, für welche Mediengattung und welches konkrete Medium Ihre aktuellen Informationen interessant sind. Fragen Sie sich einfach: Würde ich das selbst gerne lesen, wenn ein anderes Unternehmen diese Fakten kommunizieren würde? Stellen Sie dabei fest, dass Ihr aktuelles Thema eigentlich hauptsächlich für Sie und weniger für die Allgemeinheit relevant ist, lassen Sie es lieber weg. Verschicken Sie im Zweifel lieber weniger Presse-Informationen, die dafür inhaltlich und formell überzeugen. Dies trägt zu Ihrer Reputation bei den Medien bei und unterstreicht Ihre professionelle Außenwirkung.

Ein Praxis-Beispiel? Sie übermitteln Ihrem Lokalblatt eine Presse-Information zu Ihrem aktuellen lokalen Bauprojekt und nennen dabei Fakten, die viele Bürger gerade sehr interessieren dürften. Im entsprechenden Text an die geeigneten Fachmagazine kommunizieren Sie eine detailliertere, fachliche Beschreibung des Projektes und setzen es in Bezug zur Branchenentwicklung.

Wie dabei erkenntlich, richten Sie den Textinhalt auf die Mediengattung und auf die Leserschaft des spezifischen Mediums aus. Sie denken quasi an die Zielgruppe des betreffenden Journalisten – die im optimalen Fall natürlich mit Ihrer Zielgruppe überein stimmt.

Auch beim Schreiben des Textes gibt es einiges zu beachten. Generell zeichnet sich eine gut geschriebene professionelle Presse-Information durch einen sachlichen, neutralen und gut verständlichen Schreibstil aus. Zu den weiteren Schreibregeln gehören beispielsweise, dass Sie Ihren Text in dritter Person verfassen, korrekt zitieren und etwaige Superlative lieber weglassen. Ein Satz wie „wir sind innovativer Weltmarktführer“ verleitet Journalisten gerne dazu, Ihren Text dem Papierkorb anzuvertrauen.

Noch ein guter Anknüpfungspunkt gewünscht?

Wenn Sie sich nun fragen, wie Sie abgesehen vom tagesaktuellen Geschehen Redaktionen für Ihre Texte interessieren können: Wie erwähnt, ist es wesentlich, dass Sie mit Ihrem Text Themen aufgreifen, die auch für den jeweiligen Journalisten interessant sind. Dazu können Sie sich beispielsweise die Redaktionspläne und Sonderthemen-Listen auf den Homepages der Verlage anschauen. Sie schauen sich dabei an, welches der Themen in einem klaren, engen Bezug zu Ihrem Business, Ihrer Erfahrung und Expertise steht. Somit haben Sie fundierte Anknüpfungspunkte für Ihre Themen und die Ansprache. Auch bei diesem Vorgehen ist es wichtig, dass Sie journalistische Schreibregeln und die Arbeitsweise der Journalisten beachten. Wie Sie ja schon wissen: Auch wenn grundsätzlich Interesse an Ihrem Thema und vielleicht auch einer Übermittlung Ihres Textes bestehen mag, gibt es keine Veröffentlichungsgarantie. Wenn Sie obige Anregungen nutzen, erhöhen Sie jedoch Ihre Chancen, dass Ihnen dies gelingt. Ich wünschen Ihnen dabei viel Erfolg! Welche Erfahrungen haben Sie mit der Presse gemacht?

Wir freuen uns über Ihre Erfahrungen oder Kommentare unter contact@petravonschenckconsulting.com oder beratung@manuela-weinand.de.

Über Petra von Schenk

Petra von Schenk berät Selbständige und Unternehmer in Fragen der PR sowie bei der inhaltlichen Neujustierung und einem stimmigen Außenauftritt des Business. Parallel dazu gibt sie ihr Fachwissen auf ihrer Online-Akademie sowie in Seminaren an Gründer, Selbstständige, Unternehmer und Führungskräfte weiter.

Sie setzt dabei ihre vielseitige Erfahrung aus drei Branchen ein Als Senior PR-Beraterin/Senior PR-Journalistin betreute sie Kunden aus der Immobilien-, Banken- und Hotel-Branche sowie dem Einzelhandel. Davor arbeitete sie – vorrangig in Führungspositionen – für ein Einzelhandelsunternehmen mit Konzernsitz in Großbritannien. Ebenso verfügt sie über eine Ausbildung und Berufserfahrung als Bankkauffrau bei der Deutschen Bank AG.

Ihr Ziel: Solides Fachwissen, Erfahrung und Inspiration so weitergeben, dass Kunden kluge Entscheidungen treffen können.

Ihr Motto: „Vernetztes Denken ermöglicht innovative Lösungsansätze.“

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