Wenn Menschen sich im beruflichen Kontext neu begegnen, entsteht fast immer eine gewisse Unsicherheit. Das ist nichts Negatives – im Gegenteil: Es zeigt, dass etwas Neues beginnt. Gleichzeitig kann diese erste Spannung herausfordernd sein. Gerade im Team Coaching oder beim Einstieg in Workshops lohnt es sich daher, den Anfang bewusst leicht und verbindend zu gestalten.
In Wien trifft man sich zum Kennenlernen im Kaffeehaus, in Mailand in der Espressobar. Überall geht es im Kern um dasselbe: erst einmal ankommen, ein Gefühl füreinander entwickeln, Vertrauen aufbauen. Genau das ist auch im Coaching zentral. Ein gutes Kennenlernen im Team bildet die Grundlage für tragfähige Zusammenarbeit und offene Kommunikation.
Eine Team-Coaching-Methode zum Ankommen: die soziometrische Aufstellung
In Team Coachings nutze ich dafür gern eine Methode, die genau das unterstützt: die soziometrische Aufstellung im Coaching. Sie gehört zu den bewährten Team Coaching Methoden, wenn es darum geht, Gruppen ins Arbeiten zu bringen, ohne sie zu überfordern.
Ich schätze diese Methode besonders, weil sie die anfängliche Anspannung reduziert und gleichzeitig Verbindung schafft. Sie ist einfach, lebendig – und erstaunlich wirkungsvoll. Gerade als Icebreaker-Methode im Coaching oder als Einstieg in einen Workshop entfaltet sie schnell ihre Wirkung. Sie funktioniert darüber hinaus auch in Meetings oder bei anderen Geschäftsterminen.
Der Name verweist bereits auf die zwei zentralen Elemente: Soziometrie und Aufstellung. „Aufstellen“ darf hier ganz wörtlich verstanden werden. Es geht darum, sich im Raum zu positionieren – mit dem eigenen Körper. Dadurch werden erste Unterschiede, Gemeinsamkeiten und Bezüge im Team sichtbar.
So läuft die soziometrische Aufstellung im Coaching ab
Zu Beginn erkläre ich den Teilnehmenden, dass wir mit einer kurzen, lockeren Fragerunde starten. Auf dem Boden liegen – je nach Raumgröße – zwei Karten mit den Nummern 1 und 2, etwa ein bis zwei Meter voneinander entfernt. Die Fragen stehen gut sichtbar auf dem Flipchart.
Ich stelle dann vier oder fünf einfache Entweder-oder-Fragen. Jede Person entscheidet sich spontan und stellt sich zu der entsprechenden Zahl. Ja, das ist mit Bewegung verbunden. Und genau diese Bewegung hilft, aus dem reinen Kopfmodus herauszukommen – ein zentraler Aspekt vieler wirksamer Coaching-Methoden für Teams.
Typische Einstiegsfragen sind zum Beispiel:
- Wer mag den Sommer lieber, wer den Winter?
- Kaffee oder Tee?
- Mehr Interesse an Sport oder an Kunst und Kultur?
- Musik – ja oder nein?
Diese Fragen eignen sich besonders gut als Workshop-Methode zum Kennenlernen, weil sie leicht, persönlich und nicht beurteilend sind.
Raum für persönliche Perspektiven im Team
Nachdem sich alle positioniert haben, vertiefe ich die jeweilige Entscheidung – immer wertschätzend und bezogen auf die konkrete Situation:
- „Was mögen Sie am Sommer besonders?“ oder „Was schätzen Sie am Winter?“
- „Wie trinken Sie Ihren Kaffee?“ oder „Welche Teesorte bevorzugen Sie?“
- „Welche Sportarten faszinieren Sie?“ oder „Welche Kunstrichtung spricht Sie an?“
- „Welche Musik hören Sie gern?“
An dieser Stelle fällt übrigens erstaunlich oft Heavy Metal als Antwort. 🙂
Warum die soziometrische Aufstellung im Team wirkt
Die soziometrische Aufstellung hat mehrere Vorteile. Durch das gemeinsame Bewegen im Raum entsteht schnell ein Gefühl von Verbindung. Erste Aspekte der Gruppendynamik im Team werden sichtbar, ohne dass sie analysiert oder bewertet werden müssen.
Unterschiedliche Vorlieben und Eigenheiten dürfen nebeneinander stehen. Jede teilnehmende Person wird wahrgenommen – oft intensiver, als es im beruflichen Alltag üblich ist. Das stärkt das Gefühl, gesehen zu werden, und fördert Vertrauen.
Gleichzeitig lernen sich die Teammitglieder auf eine leichte, persönliche Weise kennen. Es entstehen spontane Gespräche, gemeinsames Lachen und erste Aha-Momente. Damit schafft diese Methode eine tragfähige Basis für die weitere Zusammenarbeit.
Gerade im Team Coaching ist das ein wichtiger Schritt: Denn wo Menschen sich gesehen und wertgeschätzt fühlen, wird gemeinsames Arbeiten möglich – offen, konstruktiv und auf Augenhöhe.
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